Drei Konfirmationsgottesdienste in der Kirche Bad Marienberg
Im Mai 2026 war die Evangelische Kirche in Bad Marienberg an gleich drei Festtagen erfüllt von Freude, Dankbarkeit und festlicher Erwartung. Insgesamt 55 Konfirmandinnen und Konfirmanden wurden in diesem Jahr eingesegnet. Für die Jugendlichen, ihre Familien und die Gemeinden waren es bewegende Gottesdienste, in denen deutlich wurde: Gottes Segen begleitet Menschen auf ihrem Weg – und oft beginnt Großes ganz klein.
Dass die Konfirmationen in diesem Jahr ungewöhnlich früh stattfanden, hatte einen besonderen Grund. Die Konfirmandenarbeit wird neu aufgestellt und künftig in Zusammenarbeit der drei Gemeinden Bad Marienberg, Kirburg und Unnau gestaltet. Damit der neue Jahrgang 2027 rechtzeitig gemeinsam beginnen kann, wurden die Konfirmationen bereits Anfang Mai gefeiert. Zugleich zeigte sich darin schon die wachsende Zusammenarbeit der Gemeinden, besonders zwischen Bad Marienberg und Unnau, aus denen die diesjährigen Konfirmandinnen und Konfirmanden kamen.
Damit alle Jugendlichen, Familien, Gäste und Gemeindeglieder Platz finden konnten, wurden die Konfirmationen auf drei Gottesdienste verteilt. Zwei fanden am Sonntag, 3. Mai, statt, ein weiterer folgte am Sonntag, 10. Mai. Jeder dieser Gottesdienste hatte seine eigene Prägung, doch alle verband die Freude darüber, junge Menschen unter Gottes Segen zu stellen und sie auf ihrem weiteren Lebens- und Glaubensweg zu begleiten.
Am 3. Mai stand ein kleines, aber aussagekräftiges Symbol im Mittelpunkt: das Senfkorn. Schon während der Konfirmandenzeit hatten die Jugendlichen erlebt, wie aus Kleinem Großes wachsen kann. Im Gemeindepraktikum bekamen sie Einblicke in die vielfältigen Möglichkeiten, sich in den Gemeinden Bad Marienberg und Unnau einzubringen. Sie konnten entdecken, wie viele Menschen mit ihren Gaben, ihrer Zeit und ihrer Freude das Gemeindeleben mitgestalten. Besonders erfreulich ist, dass sich 15 Konfirmandinnen und Konfirmanden angemeldet haben, um auch nach ihrer Konfirmation als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Gemeinde weiterzuwachsen.
„Schon im Kleinen ist das Große verborgen“ – dieser Gedanke prägte die Predigt am 3. Mai. Wie im winzigen Senfkorn die Kraft zu einer großen Pflanze steckt, so hat Gott auch in jeden Menschen Möglichkeiten, Gaben und Wachstumskraft hineingelegt. Gerade junge Menschen dürfen darauf vertrauen, dass Gott sie begleitet und stärkt, wenn sie ihren eigenen Weg im Glauben suchen und gehen. Als sichtbares Zeichen dafür erhielten alle Konfirmierten des 3. Mai von den Gemeinden ein besonderes Kreuz, in das Senfkörner eingearbeitet waren.

Pfarrerin Lara Schütz und Pfarrer Johannes Schütz segneten die Konfirmandinnen und Konfirmanden einzeln ein. Dieser persönliche Segen ist der liturgische Höhepunkt jeder Konfirmation. Er macht deutlich: Jeder Mensch ist von Gott gesehen, gemeint und getragen. Auch die Kirchenvorstände richteten herzliche Worte an die Jugendlichen. Susanne Müller und Rotraud Weber gratulierten im Namen der Gemeinden und ermutigten die Konfirmierten, ihren Platz in der Gemeinde zu suchen. Der Tenor ihrer Worte war eindeutig: „Macht mit in den Gemeinden, wir brauchen Euch und Eure Fähigkeiten.“ Damit wurde unterstrichen, dass Konfirmation nicht Abschluss, sondern Anfang ist – eine Einladung, den Glauben weiter zu entdecken und Gemeinde aktiv mitzugestalten.
Der dritte Konfirmationsgottesdienst am 10. Mai stellte ein anderes, ebenso wichtiges Thema in den Mittelpunkt: die Verbindung zu Gott. Die gesamte Konfirmandenzeit mit ihren vielen Treffen, Studientagen, Begegnungen und der Freizeit hatte das Ziel, diese Verbindung zu stärken. Ein besonderer Schwerpunkt lag dabei auf dem Gebet. Jesus selbst lädt immer wieder dazu ein, mit dem Vater im Himmel zu reden, ihm das eigene Leben anzuvertrauen und aus dieser Beziehung Kraft zu schöpfen.
Doch Glaube bleibt nicht beim Reden allein. Die Jugendlichen konnten erfahren, dass christlicher Glaube eine große Fülle an Ausdrucksformen hat: Gemeinschaft erleben, Verantwortung übernehmen, Fragen stellen, Gottesdienste mitfeiern, anderen begegnen und sich selbst neu entdecken. Schon zu Beginn ihrer Konfirmandenzeit hatten sie bei Besuchen von Mitgliedern des Kirchenvorstands Einblick in das Leben der Gemeinde bekommen. Auch die Studientage und die Konfirmandenfreizeit trugen dazu bei, Glauben als lebendige Beziehung zu verstehen.
Pfarrer Karl Jacobi und Pfarrer Peter Wagner segneten die Konfirmandinnen und Konfirmanden am 10. Mai feierlich ein. Rotraud Weber beschrieb die Gemeinde in ihrem Grußwort noch einmal als Erfahrungsraum: Hier können junge Menschen neue Erfahrungen mit sich selbst machen und zugleich spüren, dass sie für andere wichtig und nützlich sind. Jesus selbst füllt diese Gemeinschaft mit Leben – und alle sind eingeladen, daran teilzuhaben.

Als Zeichen dieser Verbindung erhielten die Konfirmierten am 10. Mai vom Kirchenvorstand ein Umhängekreuz in modernem Design. Es soll sie daran erinnern: Gottes Segen begleitet sie weiter. Aus dem Kleinen darf Großes wachsen, und die Verbindung zu Gott bleibt eine Kraftquelle für ihren Weg.
Karl Jacobi




