Segen empfangen – Segen sein

Konfirmandenfreizeit in Hartenrod verbindet Gemeinschaft, Spaß und Glauben

Vom 6. bis zum 8. März 2026 verbrachten 21 Konfirmandinnen und Konfirmanden der evangelischen Kirchengemeinde Bad Marienberg ein gemeinsames Wochenende im EC-Freizeitenheim in Hartenrod. Unter dem Motto „Segen empfangen – Segen sein“ ging es drei Tage lang um Gemeinschaft, Glauben, Gespräche – und natürlich auch um jede Menge Spaß.

Im Vorfeld waren die Erwartungen gemischt. Viele hatten schon gehört, dass eine Konfirmandenfreizeit ein echtes Highlight im Konfirmandenjahr sein kann. Andere waren etwas unsicher: Würde das Wochenende wirklich so gut werden, wie alle sagen? Schon nach den ersten Stunden zeigte sich, dass die Sorgen unbegründet waren.

Das Freizeitenheim in Hartenrod liegt mitten in der Natur und bietet eine ruhige, freundliche Atmosphäre. Die hellen Räume und die gemütlichen Vierbettzimmer sorgten schnell dafür, dass sich alle wohlfühlten. Niemand musste allein sein, und die Zimmer boten genug Raum für Gespräche bis spät in die Nacht. Gerade diese gemeinsamen Abende gehörten für viele Teilnehmende zu den schönsten Momenten der Freizeit.

Auch kulinarisch wurden die Jugendlichen bestens versorgt. Auf dem Speiseplan standen unter anderem Tortellini und Hähnchenragout – typische „Konfirmandenkost“, wie einige schmunzelnd meinten. Beim Frühstück gab es frische Brötchen, reichlich Müsli und süßen Kakao. In der Abschlussrunde lobten viele das Essen ausdrücklich. Überhaupt war die Stimmung am Ende des Wochenendes durchweg positiv. „Es gab eine ganze Reihe von Highlights, das hat mir richtig gut gefallen“, fasste eine Teilnehmerin den Eindruck vieler zusammen.

Ein besonderes Highlight gleich zu Beginn war der Spieleabend, organisiert vom CVJM Bad Marienberg. Zwei Stunden lang wurde gerätselt, gelacht und gespielt. Quizfragen, kreative Aufgaben und kleine Wettläufe sorgten für Bewegung und gute Laune. Danach folgte ein ruhiger, nachdenklicher Abschluss, der den Tag abrundete. Daniel Hoffmann, Katharina Schmidt und Janika Laube führten mit viel Erfahrung und Humor durch den Abend und gewannen schnell die Sympathie der gesamten Gruppe.

Am nächsten Tag wurde es inhaltlicher. In Kleingruppen beschäftigten sich die Jugendlichen mit zentralen Fragen rund um das Motto der Freizeit: „Was brauche ich eigentlich zum Leben? Welchen Segen wünsche ich mir von Gott?“ Diese Fragen führten zu intensiven Gesprächen. Die Teilnehmenden tauschten persönliche Gedanken aus und diskutierten darüber, was ihnen im Leben wichtig ist.

Eine Gruppe gestaltete aus Draht ein sogenanntes „Lebensbrot“. In dieses Kunstwerk wurden selbst gestaltete Merkkärtchen eingehängt, auf denen persönliche Wünsche, Gedanken und Erkenntnisse festgehalten wurden. Die andere Gruppe arbeitete zum Thema „Ich will für andere ein Segen sein“. Dabei ging es um Fragen wie: Welche Menschen brauchen mich? Wo kann ich anderen helfen? Und wie kann ich Gottes Segen im Alltag weitergeben?

Die Jugendlichen näherten sich diesen Themen nicht nur im Gespräch, sondern auch kreativ. Es wurde gebastelt, geformt und künstlerisch gestaltet. So entstanden persönliche Werke, die die Gedanken und Gefühle der Teilnehmenden sichtbar machten.

Der Konfirmandenunterricht findet bewusst in einer Lebensphase statt, in der sich viel verändert. Mit etwa 14 Jahren stehen viele Jugendliche an einem Übergang: Sie sind keine Kinder mehr, übernehmen zunehmend Verantwortung und beginnen, ihren eigenen Weg zu finden. In dieser Zeit spielen Fragen nach Orientierung, Glauben und Werten eine wichtige Rolle.

Genau hier setzt die Konfirmandenarbeit an. Sie will Mut machen, auf Gottes Segen zu vertrauen – und gleichzeitig dazu ermutigen, selbst zum Segen für andere zu werden. Christlicher Glaube bedeutet schließlich nicht nur, etwas zu empfangen, sondern auch weiterzugeben. Im besten Fall wächst daraus ein persönliches Bekenntnis: zu wissen, woran man glaubt, worauf man vertrauen kann – und was das konkret für das eigene Leben bedeutet.

Ein besonderer Moment der Freizeit war der gemeinsame Besuch des Sonntagsgottesdienstes im kleinen Dorf Hartenrod. Die Konfirmandengruppe senkte dort den Altersdurchschnitt der Gemeinde deutlich. Die Jugendlichen beteiligten sich aktiv am Gottesdienst, sprachen Teile der Liturgie mit und sangen engagiert die Lieder. Am Ende wurde ihr Einsatz von der Gemeinde mit freundlichem Applaus gewürdigt.

Begleitet wurde die Freizeit von einem engagierten Team aus zwei Pfarrern und zwei jugendlichen Mitarbeiterinnen. Nele Böer, Emily Wehr, Peter Wagner und Karl Jacobi sorgten gemeinsam für ein abwechslungsreiches Programm und eine gute Atmosphäre. Die Mischung aus inhaltlicher Arbeit, gemeinsamer Freizeit und spielerischen Elementen erwies sich erneut als gelungen.

Als die Gruppe am Sonntagnachmittag die Heimreise antrat, war eines deutlich zu sehen: viele zufriedene Gesichter. Das Wochenende hatte nicht nur Spaß gemacht, sondern auch neue Freundschaften gestärkt und Raum für persönliche Gedanken über Glauben und Leben geschaffen.

Oder wie es eine Teilnehmerin beim Abschied formulierte: „Ich hätte gerne noch ein paar Tage hier in Hartenrot drangehängt.“

Fotos und Text: Karl Jacobi

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