Jesu Kreuz auf jungen Schultern

Der Ökumenische Kreuzweg der Jugend 2026 in Bad Marienberg

Am 20. März 2026 versammelten sich rund 70 Jugendliche in Bad Marienberg, um gemeinsam den Ökumenischen Jugendkreuzweg zu begehen. Zwei Wochen vor Karfreitag machten sie sich um 18 Uhr auf den Weg, um sich intensiv mit dem Leidensweg Jesu auseinanderzusetzen und dessen Bedeutung für ihr eigenes Leben zu reflektieren.

Der Kreuzweg begann in der Aula des Evangelischen Gymnasiums und führte durch die Straßen der Stadt bis zur Evangelischen Kirche. Über einen Zeitraum von etwa zwei Stunden trugen die Jugendlichen ein großes Holzkreuz mit sich, das bereits im vergangenen Jahr bei dieser besonderen Andacht verwendet worden war. Dieses sichtbare Zeichen verband die Teilnehmenden nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich auf ihrem gemeinsamen Weg.

Traditionell umfasst der Kreuzweg 14 Stationen, die den Weg Jesu von seiner Verurteilung bis zur Grablegung darstellen. Beim diesjährigen Jugendkreuzweg wurden sechs Stationen von engagierten Mitarbeitenden aus der katholischen und evangelischen Kirche gestaltet. Neben dem Hören biblischer Texte stand vor allem die persönliche Auseinandersetzung im Mittelpunkt: Was bedeutet der Kreuzweg Jesu für mich heute?

So setzten sich die Jugendlichen beispielsweise mit der Frage auseinander, was sie selbst im Leben „gefangen hält“. Ihre Gedanken hielten sie auf Kettengliedern fest, die sie am Ende des Weges am Kreuz in der Evangelischen Kirche ablegten. Diese symbolische Handlung machte deutlich, dass Sorgen, Ängste und Belastungen vor Gott gebracht werden können. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, die Kirche zu betreten und die Gedanken der Jugendlichen nachzulesen.

Ein weiterer Impuls griff die Frage auf: „Was würde Jesus tun?“ Als Erinnerung daran erhielt jede und jeder ein Armband mit der Aufschrift „What would Jesus do?“ (WWJD). Dieses soll im Alltag dazu ermutigen, das eigene Handeln bewusst zu reflektieren.

Besonders eindrücklich war auch eine Station, bei der es um das Thema Wertschätzung ging. In Anlehnung daran, dass Jesus am Kreuz verspottet wurde, kehrten die Jugendlichen die Situation um: Statt negativer Worte machten sie sich gegenseitig Komplimente und stärkten einander durch positive Rückmeldungen.

Den Abschluss des Kreuzweges bildete ein gemeinsames Singen in der Kirche. Die Teilnehmenden erlebten, wie der Kreuzweg Jesu auch heute zum Nachdenken anregt und neue Perspektiven für das eigene Leben eröffnen kann.

Text und Fotos: Lara Schütz, Redaktion: Karl Jacobi

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