Fête de la Musique in Bad Marienberg mit Wäller Platt-Gottesdienst eröffnet

Internationales Musikfestival startet im Kurpark mit Lobpreis, Dialekt und viel guter Stimmung

Bad Marienberg. Der 21. Juni ist nicht nur der längste Tag des Jahres, sondern traditionell auch der Tag der „Fête de la Musique“. Das internationale Musikfest, das vor mehr als 40 Jahren in Paris ins Leben gerufen wurde, findet seit vielen Jahren am Tag der Sommersonnenwende statt. Was einst in Frankreich begann, hat sich längst zu einem weltweiten Fest der Musik entwickelt. Auch Bad Marienberg ist inzwischen Teil dieses besonderen Netzwerks: Bereits zum vierten Mal wurde die „Fête de la Musique“ in der Kurstadt gefeiert.

In diesem Jahr lud die Stadt Bad Marienberg am 21. Juni von 10.30 Uhr bis 19.30 Uhr zu einem abwechslungsreichen Musikprogramm in den Musikpavillon im Kurpark und zum Europahaus Marienberg ein. Neu war dabei der Auftakt: Zum ersten Mal wurde das Musikfestival mit einem evangelischen Gottesdienst eröffnet. Damit verband sich der internationale Charakter der Veranstaltung mit einem regional und geistlich geprägten Akzent.

„Wir wollten einen neuen Anbieter zu diesem kulturellen Event dazuholen und sind dankbar, dass Pfarrerin Lara Schütz so einen passenden Gottesdienst organisiert hat“, betonte Tanja Müller von der Tourist-Information Bad Marienberg. „Erst recht ist es natürlich ein Highlight, dass die Band Hope:5015 mit Songs im Wäller Platt den Gottesdienst musikalisch gestaltet.“

Pfarrerin Lara Schütz hatte den beschwingten Gottesdienst gemeinsam mit ihrem Team vorbereitet und gestaltet. Inhaltlich widmete sie sich in ihrer Predigt dem Thema „Pflanzen in der Bibel“. Besonders der Zedernbaum hatte es ihr dabei angetan. Die Zeder sei in vielerlei Hinsicht ein beeindruckender Baum: praktisch, nützlich, schön, angenehm im Duft und zugleich widerstandsfähig gegenüber Schädlingen. Nicht ohne Grund, so Schütz, sei Zedernholz beim Bau des Tempels Salomos in Jerusalem verwendet worden.

Von diesem biblischen Bild schlug sie den Bogen zum Leben und Glauben der Menschen heute. „So etwas wünsche ich uns auch im Leben. Im Glauben sollen wir stabil sein und uns gegen schlechte Einflüsse zur Wehr setzen können. So ist das Christenleben zur Ehre Gottes“, sagte die Pfarrerin. Ihre Gedanken passten gut in die Atmosphäre des Vormittags: sommerlich, offen, lebensnah und zugleich getragen von der Frage, was Menschen im Innersten stärkt.

Musikalisch wurde der Gottesdienst von der Band Hope:5015 gestaltet. Seit mehr als vier Jahren ist die Gruppe mit christlichen Liedern im Westerwald und in den angrenzenden Regionen unterwegs. Ursprünglich kommt die Band aus Derschen, und das hört man auch: Das Siegerländer „R“ und ein herzliches „woll“ gehen den Musikern locker von den Lippen. Unter der Leitung von Hendrik Stühn am Bass präsentierten die vier Musiker ein dreisprachiges Repertoire aus englischen, hochdeutschen und Wäller-Platt Liedern. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Lobpreis- und Anbetungsliedern.

Die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher wurden ausdrücklich zum Mitsingen eingeladen. Dank der ausliegenden Liedblätter fiel das leicht, und viele nutzten die Gelegenheit mit sichtbarer Freude. Besonders beim schwungvollen Schlusslied „Show me the way“ kam Bewegung in die Gemeinde. Der Gottesdienst wurde damit nicht nur gehört, sondern von vielen aktiv mitgetragen.

Die Gemeinde zeigte sich begeistert von dieser besonderen Mischung aus Musikfestival, Gottesdienst und regionaler Sprache. „Das ist mal was anderes. Ein Gottesdienst in meinem Heimatsdialekt, bei schönem Wetter und mit vielen netten Leuten, das hat mir sehr gut gefallen“, sagte eine Besucherin. Viele der Umstehenden nickten zustimmend.

So gelang der Auftakt der „Fête de la Musique“ in Bad Marienberg auf besondere Weise: international im Rahmen, musikalisch vielfältig, geistlich offen und zugleich tief in der Region verwurzelt. Der Wäller Platt-Gottesdienst zeigte, dass Glaube, Musik und Heimatklang sehr gut zusammenpassen.

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