Neue Zahlen zur Mitgliederentwicklung der Kirchen veröffentlicht
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat die Mitgliedszahlen für das Jahr 2025 veröffentlicht. Zum 31. Dezember 2025 gehörten rund 17,4 Millionen Menschen einer der 20 evangelischen Landeskirchen an. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Rückgang von etwa 3,2 Prozent. Hauptgründe dafür sind Sterbefälle und Kirchenaustritte.
Trotz sinkender Mitgliederzahlen bleibt die Kirche ein wichtiger Teil des gesellschaftlichen Lebens. Gemeinden bieten Raum für Gottesdienst, Seelsorge und Begegnung und begleiten Menschen in wichtigen Lebenssituationen wie Taufe, Hochzeit oder Trauer. Außerdem engagieren sich Kirche und Diakonie in vielen sozialen Bereichen. Sie betreiben Kindertagesstätten, Schulen, Beratungsstellen sowie Einrichtungen für Kranke und Pflegebedürftige. Die Zahl der evangelischen Kita-Plätze ist im Jahr 2025 leicht auf 465.747 Plätze gestiegen. Durch ihre Mitgliedschaft unterstützen evangelische Christinnen und Christen diese Arbeit.
Unsere EKHN verzeichnete nach vorläufigen Berechnungen 1.229.556 Mitglieder (2024: 1.269.605). Damit liegt der Rückgang ebenfalls bei rund 3,2 Prozent und auf dem Niveau der EKD. Im Jahr zuvor hatte der Verlust in der EKHN noch bei 3,71 Prozent gelegen.
und unsere EKHN?
Nach einer vorläufigen Auswertung wurden in der EKHN 2025 rund 7.700 Kinder und Erwachsene getauft (2024: 7.284). Durch Eintritte kamen der Prognose zufolge 1.300 Menschen neu zur Kirche hinzu (2024: 2.032). Durch Todesfälle verlor die EKHN im vergangenen Jahr etwa 22.600 Mitglieder (2023: rund 17.141). Gleichzeitig traten im Jahr 2025 etwa 26.000 Menschen aus der Kirche aus – die Austrittskurve flacht damit im Vergleich zu den Vorjahren ab (2024: 27.000; 2023: 29.000; 2022: 31.000). Genaue Zahlen für das Jahr 2025 werden erfahrungsgemäß im Juni 2026 erwartet.
Da immer weniger junge Menschen durch ihre Familie Kontakt zur Kirche bekommen, gewinnen Glaubenskurse und Angebote für Erwachsene an Bedeutung. Diese Kurse, die es sowohl vor Ort als auch digital gibt, helfen Menschen, Fragen zu Glauben und Religion zu entdecken. Besonders in Ostdeutschland haben solche Kurse eine lange Tradition und werden inzwischen auch in anderen Regionen stärker genutzt. In unserer Gemeinde gibt es einen Alpha-Kurs, der schnell ausgebucht war.
Hessen-Nassaus Kirchenpräsidentin Christiane Tietz sagt zu den aktuellen Kennzahlen 2025:
„Jeder Kirchenaustritt schmerzt uns, denn hinter jeder Entscheidung steht ein Mensch, der sich von der Kirche entfernt hat. Das fordert uns heraus, noch genauer hinzuhören: Was erwarten Menschen heute von Kirche, wo haben wir möglicherweise Vertrauen verloren und wo können wir neu anknüpfen? Ich bin aber auch froh, dass die Zahl der Austritte weiter zurückgeht. Und ich freue mich sehr, dass sich wieder mehr Menschen taufen lassen. Ich erlebe jeden Tag, wie engagiert sich unsere 20.000 Mitarbeitenden und 60.000 Ehrenamtlichen in unserer Kirche und für die Gesellschaft einsetzen. In vielen Gesprächen mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen höre ich, dass die Relevanz der Kirche nicht von unserer Größe abhängt, sondern von dem, was die Gesellschaft heute braucht: Vertrauen und Hoffnung, Begegnung und Gemeinschaft. Viele Menschen suchen nach Sinn, Gemeinschaft und Orientierung – gerade in unsicheren Zeiten. Dass wir für sie da sind, stärkt auch die Gesellschaft.
Ich bin überzeugt: Es gibt viele Gründe in der Kirche zu bleiben und Kirche gemeinsam weiterzuentwickeln. Wir wollen noch mehr als bisher Vertrauen und Hoffnung stärken. Uns ist wichtig, verschiedene, auch neue Formen von Begegnung und Gemeinschaft zu ermöglichen, bei Segensangeboten und mit den vielen Ideen, die Gemeinden haben, um Orte der Begegnung vor Ort zu schaffen, zum Beispiel mit einem Café oder einer Werkstatt. Weil Glaube und christliche Werte nicht mehr so wie früher von Generation zu Generation weitergegeben werden, wollen wir unsere Arbeit mit, für und von Kindern und Jugendlichen weiter intensivieren.“




