Pfarrer Karl Jacobi

Pfarrer Jacobi nimmt Abschied von der Gemeinde

Zum 30. November 2026 werde ich die Kirchengemeinde verlassen. Diese Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen. Ich habe lange darüber nachgedacht, verschiedene Möglichkeiten erwogen und mich gefragt, welchen Weg ich unter den veränderten Bedingungen weitergehen kann.

Ein wesentlicher Anlass für meine Entscheidung ist der Verkauf der Kirche in Hof. Angesichts der Situation halte ich diesen Schritt selbst für notwendig und habe ihn deshalb auch mitgetragen. Dennoch verbindet sich damit für mich ein schmerzlicher Einschnitt. Die Kirche in Hof war über viele Jahre nicht nur ein Gebäude, sondern der vertraute Ort für Gottesdienste, Begegnungen und gemeinsames Gemeindeleben. Mit ihrem Verkauf verändern sich die Bedingungen meiner Arbeit dort grundlegend.

Dass im bisherigen Gottesdienstraum künftig Verkaufsautomaten stehen werden, während sich das Gemeindeleben möglicherweise in Kellerräume verlagert, macht mir besonders deutlich, wie tiefgreifend dieser Wandel ist. Ich merke, dass es mir persönlich nicht gelingt, daraus eine Vorstellung für meine weitere Arbeit in Hof zu entwickeln, die ich mit Überzeugung und Freude tragen könnte. Das bedauere ich sehr.

Zu meiner Entscheidung gehört aber noch etwas anderes. Ich möchte auch aus der Entwicklung des Gemeindelebens in Hof und Nisterau persönliche Konsequenzen ziehen. Die Zahl der Menschen, die wir mit unseren Angeboten erreicht haben, ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen. An dieser Entwicklung habe auch ich meinen Anteil. Offensichtlich ist es mir nicht in dem Maße gelungen, Menschen anzusprechen, Interesse zu wecken, neue Kontakte entstehen zu lassen und sie dauerhaft für das Gemeindeleben zu gewinnen, wie ich es mir gewünscht hätte.

Diese Verantwortung möchte ich nicht anderen zuschieben. Gerade deshalb erscheint es mir richtig, an diesem Punkt auch selbst Konsequenzen zu ziehen und meinen Dienst in diesem Gemeindebezirk zu beenden. Das auszusprechen fällt mir nicht leicht, denn mit dieser Arbeit waren viele Hoffnungen, Ideen und auch viel persönliches Engagement verbunden.

Trotzdem möchte ich auf die vergangenen Jahre nicht nur mit Bedauern zurückblicken. Es gab viele schöne Gottesdienste, Veranstaltungen und Begegnungen. Ich durfte Menschen kennenlernen und begleiten, mit ihnen Freude und Sorgen teilen und vieles erleben, das seinen Wert behält, auch wenn sich nun unsere Wege trennen. Dafür bin ich sehr dankbar.

Zu einem ehrlichen Rückblick gehört für mich beides: wahrzunehmen, was nicht gelungen ist und wo Erwartungen unerfüllt geblieben sind – und zugleich das Gute nicht geringzuschätzen, das gewachsen ist. Nicht alles, was wir erhofft haben, konnte Wirklichkeit werden. Aber deshalb war die gemeinsame Zeit nicht vergeblich.

Am ersten Advent, dem 29. November, werde ich meinen letzten Gottesdienst in Hof halten. Ich hoffe sehr, dass wir spätestens an diesem Tag Gelegenheit haben werden, uns persönlich voneinander zu verabschieden.

Für die Zukunft der Gemeinde wünsche ich allen, die Verantwortung tragen und Gemeindeleben gestalten, von Herzen Kraft, Zuversicht, gute Entscheidungen und vor allem Gottes Segen und Beistand auf den kommenden Wegen.

Karl Jacobi

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