Dauerkrisen, unsichere berufliche Perspektiven und mentaler Stress: Das hinterlasse Spuren bei vielen Jugendlichen, zeigt eine Studie. Psychische Probleme nehmen zu. Und manche denken sogar daran, Deutschland zu verlassen.
Nach Erkenntnissen der Trendstudie „Jugend in Deutschland 2026“ erreicht die psychische Belastung von jungen Menschen zwischen 14 und 29 Jahren einen neuen Höchststand. Fast jeder dritte befragte Jugendliche (29 Prozent) gab an, das Gefühl zu haben, eine psychische Behandlung zu benötigen, heißt es in der Studie, die am Mittwoch vorgestellt wurde. Im Vorjahr war es noch knapp ein Viertel (24 Prozent).
Auffällig ist zudem, dass 60 Prozent der jungen Menschen der Studie zufolge eine suchtähnliche Smartphone-Nutzung aufweisen. „Das Smartphone ist für viele nicht nur ein Werkzeug, sondern etwas, das sie nicht mehr loslassen können“, sagte Nina Kolleck, Professorin für Erziehungs- und Sozialisationstheorie an der Universität Potsdam. Außerdem lässt sich der Studie zufolge ein Drittel der Befragten bei persönlichen Problemen von einer Künstlichen Intelligenz wie ChatGPT beraten.
Ein Fünftel der jungen Menschen denkt ans Auswandern
Die größten Sorgen der jungen Generation sind Krieg in Europa und in Nahost (62 Prozent) und Inflation (53 Prozent). Für die Hälfte ist teurer oder knapper Wohnraum Grund zur Sorge und fast die Hälfte (48 Prozent) hat Angst vor der Spaltung der Gesellschaft. Jeweils 45 Prozent betrachten mit Sorge den Klimawandel sowie Donald Trump als Präsidenten der USA und befürchten einen Zusammenbruch des Rentensystems.
Ein Fünftel der jungen Generation gibt an, konkrete Pläne zu haben, aus Deutschland wegzuziehen, um im Ausland bessere Lebensbedingungen zu finden. Das bedeute nicht, dass eine Auswanderung nächste Woche passiert, aber dass man sie in Erwägung zieht, sagte Kilian Hampel, Sozialforscher an der Universität Konstanz.
Die Trendstudie „Jugend in Deutschland 2026“ basiert auf einer repräsentativen Befragung von 2.012 jungen Menschen im Alter von 14 bis 29 Jahren, die vom 9. Januar bis 9. Februar erfolgte. Die Trendstudie wird vom Datajockey Verlag in Kempten unter der Leitung des Jugendforschers Simon Schnetzer herausgegeben. Der Verlag finanziert die Studie durch deren Verkauf.
aus: https://www.evangelisch.de/
https://www.evangelisch.de/inhalte/253979/25-03-2026/psychische-belastung-jugendlicher-steigt




