„Betet für den Iran“

Omid Homayouni (52) stammt aus dem Iran. Der Ex-Muslim hat für seine Bekehrung zu Jesus Christus einen hohen Preis gezahlt. Heute ist er Pastor in Varel und bittet um Gebet für den Iran.

Omid Homayouni stammt aus Teheran. Dort wurde der frühere Lehrer im Jahr 2013 Christ. Der in eine muslimische Familie hineingeborene Homayouni wollte selbst entscheiden, was er glaubt. Im Iran gibt es wenige religiöse Minderheiten, die zwar ihren Glauben praktizieren dürfen, aber sie haben es in der Islamischen Republik schwer. Homayouni kannte einige traditionelle Christen und war von ihnen fasziniert, da sie einen guten Ruf hatten.

Da waren etwa aramäische Christen, die eine Autowerkstatt betrieben. Dorthin brachte er immer sein Auto, denn er wusste, dass sie Reparaturen korrekt erledigen würden. Als er ihnen einmal erzählte, dass seine Mutter krank sei, beteten die Christen für sie. „Die haben mit Gott so gesprochen wie mit mir“, erinnert sich der 52-Jährige. Das wollte er auch. Und so wurden er und seine Frau heimlich Christen. Mit wenigen Gleichgesinnten trafen sie sich zum Bibellesen und Beten in einem Hauskreis in Teheran.

Hilfe für Iraner in Deutschland

Doch die Gruppe wurde verraten. Als Konsequenz seiner Entscheidung für Jesus musste das Ehepaar mit seinen beiden Jungen sofort fliehen. Wer im Iran als Muslim Christ wird, dem droht die Todesstrafe. Weil ein Schwager von Homayouni in Deutschland lebte, flohen sie im April 2013 hierhin. Gleich nach der Ankunft stellte die Familie einen Asylantrag. Über einige Umwege kamen sie in Kontakt mit der Baptistengemeinde im niedersächsischen Varel. Etwa ein Drittel der heute 110 Mitglieder sind Iraner. Homayouni wurde klar: Um integriert zu werden, müssen sie gut Deutsch sprechen – und um im christlichen Glauben zu wachsen, brauchen sie Glaubensunterricht in ihrer Muttersprache Farsi.

Um beides kümmerte er sich in Varel und auch an anderen Orten in Niedersachsen. Verantwortliche aus dem Landesverband wurden auf ihn aufmerksam und beriefen ihn 2016 zum Referenten für Integration und Migration im Landesverband Nordwestdeutschland. Nebenberuf ich belegte er drei Jahre lang das Pastorale Integrations- und Ausbildungs-Programm (PIAP) der Evangelisch-Freikirchlichen Akademie Elstal (bei Berlin). Seit 2019 ist er Pastor im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (BEFG).

„Wir sollten zu Gott flehen, dass er eingreift“

Was er erlebt, ist für ihn ein wichtiges Modell für den Gemeindeaufbau. Er sagt: „Wir wissen, dass Jesus die Mitte der Gemeinde ist. Deshalb können wir auch gemeinsam wachsen.“ Das fördere zugleich die Integration ausländischer Mitbürger und sorge für Vielfalt.

Sehr zu schaffen macht ihm die aktuelle Krise im Iran: „Das ist eine Revolution.“ Hunderttausende gingen für Freiheit und gegen das Mullah-Regime auf die Straße. Tausende wurden dabei von den Islamischen Revolutionsgarden erschossen. Er bittet deutsche Gemeinden, immer wieder über den Iran zu berichten und für Freiheit in dem Land zu beten: „Wir sollten zu Gott beten, dass er eingreift.“

Von Klaus Rösler in IDEA DAS CHRISTLICHE SPEKTRUM 9.2026

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