„Gesamtkirchengemeinde Bad Marienberg – Kirburg – Unnau“ entsteht
Karl Jacobi: Ich spreche mit Matthias Schütz, einem Mitglied der Steuerungsgruppe für die Entwicklung unseres Nachbarschaftsraums. Sie hat für uns eine der drei möglichen Gemeindeformen entwickelt, nämlich die Gesamtkirchengemeinde. Herr Schütz, was ist denn eine Gesamtkirchengemeinde?
Matthias Schütz: Sehr gerne. Die Gesamtkirchengemeinde ist so aufgebaut, dass es in den bisherigen Gemeinden – Unnau, Kirburg und Bad Marienberg – weiterhin drei Kirchengemeindeausschüsse gibt. Diese Gremien bleiben wichtige Ansprechpartner vor Ort und können regionale Anliegen (z.B. kirchengemeindliches Leben, Gottesdienstordnung, Seelsorge und diakonische Aufgaben sowie die ökumenische Zusammenarbeit im Bereich der Ortskirchengemeinde) so gestalten, wie es für die jeweilige Gemeinde passend ist und die Gemeindeglieder es sich wünschen.
Darüber hinaus wird es einen Gesamtkirchenvorstand geben. Dieses Gremium übernimmt übergreifende Aufgaben, etwa in finanziellen Fragen, bei Bau- und Personalthemen oder bei der Festlegung einer gemeinsamen Geschäftsordnung die die Zusammenarbeit regelt. Gleichzeitig besteht die Möglichkeit, bestimmte Entscheidungsbefugnisse bewusst an die Kirchengemeindeausschüsse zu übertragen. So bleibt vor Ort vieles eigenständig gestaltbar.
Wichtig ist uns dabei ein gutes Miteinander: Entscheidungen sollen nicht isoliert getroffen werden, sondern immer auch mit Blick auf die Nachbargemeinden und das gemeinsame Ganze.
KJ: Was sind denn so Arbeitsbereiche, die jetzt verstärkt in der Gesamtkirchengemeinde, also für alle drei Einzelgemeinden, bearbeitet und entschieden werden?
MS: Im Grunde handelt es sich um die Aufgaben, die bisher auch schon in den einzelnen Kirchenvorständen angesiedelt waren – nur eben nun gebündelt. Dazu gehört zum Beispiel die Verantwortung für das Personal: Die Gesamtkirchengemeinde wird künftig Anstellungsträgerin aller Mitarbeitenden sein.
Ein weiterer zentraler Bereich sind die Finanzen. Im Gesamtkirchenvorstand wird über die finanzielle Situation beraten und entschieden. Ein wichtiger Schritt wird dabei die Aufstellung des ersten gemeinsamen Haushalts für das Jahr 2027 sein.
Auch Bau- und Instandhaltungsfragen werden dort gemeinsam besprochen. Kurz gesagt: Alles, was bisher jede Gemeinde für sich geregelt hat, wird nun gemeinsam bedacht und entschieden.
KJ: Am 1. Januar 2027 soll die Gesamtkirchengemeinde offiziell starten. Was steht bis dahin noch an?
MS: Einige wichtige Schritte sind bereits geschafft. Die Steuerungsgruppe hat eine Satzung erarbeitet, die in enger Abstimmung mit der Kirchenverwaltung in Darmstadt entstanden ist und inzwischen von allen drei Kirchenvorständen bestätigt wurde. Auch der Name der neuen Gemeinde („Gesamtkirchengemeinde Bad Marienberg – Kirburg – Unnau“) ist bestätigt worden und steht nun fest. Es gibt bereits einen gemeinsamen Gemeindebrief, der die Besonderheiten der Gemeinden Bad Marienberg, Kirburg und Unnau berücksichtigt.
Bis zum Start gibt es aber noch einiges zu tun: Ein gemeinsames Gemeindebüro wird in Bad Marienberg im Gemeindehaus in der Heynstraße eingerichtet. Dort wird es künftig eine zentrale Anlaufstelle geben, an der unsere Gemeindesekretärinnen erreichbar sein werden. Weiterhin werden die bisherigen Gemeindebüros auch organisatorisch zusammengeführt, zum Beispiel durch die Zusammenlegung der Archive. Es wird eine gemeinsame E-Mail-Adresse und ein einheitliches Erscheinungsbild mit neuem Briefpapier geben. Weitere Themen sind die Abstimmung mit der Mitarbeitervertretung, die technische Ausstattung im Bereich EDV sowie organisatorische Fragen: Wer übernimmt künftig welche Aufgaben? Manche Tätigkeiten, die bisher parallel an allen drei Orten erledigt wurden, werden künftig gebündelt. Diese Entscheidungen stehen jetzt noch an.
Neben den vielen organisatorischen Fragen und Regelungen, die nun einmal notwendig sind, gibt es aber auch noch zahlreiche inhaltliche Fragen, die im noch zu bildenden Gesamtkirchenvorstand und im zukünftigen Verkündigungsteam der Pfarrpersonen und Moritz Hollmann besprochen und beantwortet werden müssen. Es bleibt für alle Beteiligten spannend.
KJ: Vielen Dank für das Gespräch.
MS: Sehr gerne. Ich freue mich, wenn ich einen Einblick geben konnte.





